Sofortige Disqualifikation im Padel — Wann und warum
Verhalten und Disziplin
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Sofortige Disqualifikation im Padel — Wann und warum

3 Min. Lesezeit

In den meisten Fällen verwendet der FIP-Verhaltenskodex ein progressives dreistufiges Strafensystem — Verwarnung, dann Verwarnung mit Punktstrafe, dann Verwarnung mit Disqualifikation. Bestimmte Vergehen sind jedoch so schwerwiegend, dass sie diese Stufenleiter vollständig umgehen und zur sofortigen Disqualifikation führen.

Vergehen, die zur sofortigen Disqualifikation führen

Die folgenden Handlungen können nach Ermessen des Schiedsrichters oder Turnierdirektors zur direkten Disqualifikation führen:

Körperliche Gewalt

  • Körperliche Gewalt gegen eine Person auf oder in der Nähe des Courts — einschließlich Gegnern, Partnern, Schiedsrichtern, Linienrichtern, Balljungen/-mädchen oder Zuschauern
  • Versuchte Gewalt — eine aggressive körperliche Handlung gegen eine andere Person, auch wenn kein Kontakt zustande kommt
  • Anspucken einer anderen Person

Extremes verbales Fehlverhalten

  • Schwere verbale Beleidigung eines Offiziellen — Sprache, die weit über einen frustrierten Kommentar hinausgeht und einen direkten, anhaltenden Angriff auf den Charakter oder die Kompetenz eines Schiedsrichters darstellt
  • Diskriminierende oder hassbasierte Sprache — rassistische, ethnische, religiöse, geschlechtsbezogene oder anderweitig diskriminierende Beleidigungen gegen eine Person
  • Bedrohliches Verhalten — glaubwürdige Drohungen körperlicher Gewalt gegenüber Schiedsrichtern, Gegnern oder Offiziellen

Absichtliche Beschädigung

  • Absichtliche Beschädigung des Courts oder seiner festen Einrichtungen (Glaswände, Netzpfosten, Platzoberfläche) über das hinaus, was als Ausrüstungsmissbrauch unter der Standardstufenleiter bestraft würde

Match-Integrität

  • Spielmanipulation oder absichtlicher Punktverlust gemäß der Best-Efforts-Regel, wenn dies vom Turnierdirektor während des Matches bestätigt wird

Der Entscheidungsprozess

Die sofortige Disqualifikation ist keine Entscheidung, die der Platzschiedsrichter allein trifft. Das Standardverfahren ist:

  1. Der Schiedsrichter unterbricht das Match und informiert die Spieler, dass eine potenzielle Disqualifikationssituation eingetreten ist
  2. Der Turnierdirektor wird kontaktiert und überprüft die Situation
  3. Wenn der Turnierdirektor die Disqualifikation bestätigt, wird dem gegnerischen Team das Match zugesprochen
  4. Das disqualifizierte Team verliert das Preisgeld für noch nicht abgeschlossene Runden (gemäß den spezifischen Tour-Bestimmungen)

In extremen Situationen — beispielsweise wenn ein Spieler jemanden körperlich angreift — kann der Schiedsrichter das Match sofort unterbrechen, während der Turnierdirektor hinzugerufen wird.

Konsequenzen über das Match hinaus

Eine direkte Disqualifikation kann Konsequenzen über das einzelne Match hinaus haben:

  • Der Vorfall wird dem Disziplinarausschuss des Verbands oder der Tour gemeldet
  • Weitere Sanktionen (Geldstrafen, Ranglistenpunktabzüge, Sperre von zukünftigen Events) können folgen
  • Bei körperlicher Gewalt oder Spielmanipulation kann die Angelegenheit an nationale oder internationale Sportdachverbände weitergeleitet werden

Zusammenfassung

VergehenFolge
Körperliche GewaltSofortige Disqualifikation
Versuchte GewaltSofortige Disqualifikation
Anspucken einer PersonSofortige Disqualifikation
Schwere diskriminierende BeleidigungSofortige Disqualifikation
Glaubwürdige Drohungen gegen OffizielleSofortige Disqualifikation
Absichtliche Court-Beschädigung (schwer)Sofortige Disqualifikation
Spielmanipulation (im Match bestätigt)Sofortige Disqualifikation

Siehe auch: Strafen und Sanktionen für die vollständige progressive Strafenleiter.

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