Close-up of a padel racket grip — the continental grip is the standard technique for control and spin
Techniken
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Padel-Schläger richtig halten: Grifftechniken erklärt

7 Min. Lesezeit

Der Griff ist die einzige Verbindung zwischen dir und dem Schläger. Sitzt er falsch, leidet jeder Schlag. Sitzt er richtig, gewinnst du Kontrolle, Ballgefühl und die Fähigkeit, am Netz schnell zu reagieren. Dieser Guide erklärt, wie du den Padel-Schläger korrekt hältst, warum der Continental-Grip der Standard ist und wie du die häufigsten Fehler vermeidest.

Wenn du gerade erst anfängst, kombiniere diesen Guide mit unserem Padel für Anfänger Überblick.

Was ist der Continental-Grip?

Der Continental-Grip ist die Standard-Handposition im Padel. Es ist derselbe Griff, den Tennis-Spieler für Aufschläge und Volleys verwenden, und im Padel deckt er nahezu jeden Schlag ab — Volleys, Bandejas, Viboras, Smashes, Aufschläge und defensive Lobs.

Die Hammer-Analogie

Der einfachste Weg, den Continental-Grip zu finden: Stell dir vor, du nimmst einen Hammer in die Hand, um einen Nagel in die Wand zu schlagen. Halte den Schläger am Griff, als wäre es ein Hammer, mit der Rahmenkante nach vorne. Deine Handfläche liegt auf der breiteren, flacheren Seite des Griffs, und deine Finger umschließen den Griff natürlich.

Strecke deinen Arm vor dich aus — die Schlagfläche sollte ungefähr senkrecht zum Boden stehen, weder nach vorne noch nach hinten geneigt. Das ist der Continental-Grip.

Der V-Form-Test

Eine präzisere Überprüfung ist die V-Form-Methode:

  1. Lege deine Schlaghand flach auf die Schlagfläche.
  2. Gleite über den Schlägerhals hinunter auf den Griff.
  3. Schließe deine Finger um den Griff.
  4. Das V, das Daumen und Zeigefinger bilden, sollte auf der oberen Griffkante liegen, ungefähr in Linie mit der Rahmenkante.

Wandert das V nach rechts (bei Rechtshändern), bist du Richtung Eastern-Forehand-Grip gerutscht. Zu weit links bedeutet einen Rückhand-Grip. Beides ist als Standard im Padel nicht ideal.

Warum der Continental-Grip im Padel Standard ist

Tennis-Spieler wechseln während eines Punkts zwischen mehreren Griffen — Semi-Western für Vorhände, Eastern für Rückhände, Continental für Volleys. Sie haben die Zeit dafür, weil der Court groß ist und sich die Ballwechsel von der Grundlinie entwickeln.

Padel ist anders. Der Court ist kleiner, die meisten Punkte werden am Netz entschieden, und die Ballwechsel laufen schnell. Du hast selten Zeit, deine Hand zwischen den Schlägen anzupassen. Der Continental-Grip funktioniert, weil er neutral ist — auf Vorhand- und Rückhandseite gleichermaßen effektiv, ohne Änderung. Du kannst einen Vorhand-Volley spielen, zum Rückhand-Volley wechseln und dann für eine Bandeja zurücktreten — alles ohne die Hand am Griff zu bewegen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Griffposition

Folge diesen Schritten, um deinen Griff jedes Mal korrekt einzustellen.

1. Beginne mit dem Griff

Halte den Schläger mit der Nicht-Schlaghand am Schlägerhals. Lass den Griff frei herunterhängen.

2. Hand positionieren

Lege mit entspannter, geöffneter Schlaghand den Grundknöchel des Zeigefingers auf die zweite Griffkante (von oben gezählt). Deine Handfläche sollte oben und leicht rechts liegen (bei Rechtshändern).

3. Finger umschließen

Schließe deine Finger um den Griff und lasse einen kleinen Abstand zwischen Zeige- und Mittelfinger. Diese „Abzugsfinger”-Position gibt zusätzliches Gefühl und Handgelenkkontrolle. Der Daumen umgreift die andere Seite für sicheren, aber entspannten Halt.

4. Der Knöchel-Test

Strecke deinen Arm aus und schau von oben auf deine Hand. Der Knöchel deines Zeigefingers sollte auf der oberen rechten Griffkante sitzen. Ist er hinter den Griff gerutscht, hältst du einen Rückhand-Grip. Liegt er oben auf, bist du zum Eastern-Forehand abgedriftet. Justiere nach, bis er auf der zweiten Griffkante sitzt.

5. Das Handgelenk prüfen

Dein Handgelenk sollte leicht hinter dem Griff stehen — nicht fixiert, nicht schlaff. Denk an einen festen Händedruck. Das ermöglicht dir, das Handgelenk für Power beim Smash einzusetzen und bei defensiven Schlägen Tempo zu absorbieren.

Griffvarianten für spezifische Schläge

Obwohl der Continental-Grip die große Mehrheit der Padel-Situationen abdeckt, nehmen fortgeschrittene Spieler manchmal kleine Anpassungen für bestimmte Schläge vor.

Leichter Eastern-Forehand für Drives

Wenn du dich für einen Vorhand-Drive an die Rückseite des Courts bewegst, bringt eine Drehung der Hand um einige Grad im Uhrzeigersinn (bei Rechtshändern) einen leichten Eastern-Forehand-Grip. Dabei liegt mehr Handflächenfläche hinter dem Griff, was das Durchschlagen des Balls erleichtert.

Die Anpassung ist subtil — vielleicht eine Vierteldrehung der Hand. Du wechselst nicht zu einem vollen Tennis-Vorhand-Grip, sondern verschiebst den Continental nur leicht, um einen besseren Winkel bei tiefen Bällen von der Grundlinie zu erhalten.

Semi-Western für starken Topspin

Manche fortgeschrittene Spieler nutzen den Semi-Western-Grip für starken Topspin bei Vorhand-Grundschlägen. Die Hand dreht weiter im Uhrzeigersinn, sodass der Grundknöchel unter dem Griff liegt. Das schließt die Schlagfläche natürlich und fördert eine Schwungbahn von unten nach oben.

Verwende das sparsam. Es ist effektiv für aggressive Vorhände aus dem Hinterfeld, aber langsam beim Wechsel zum Netzspiel. Konzentriere dich zuerst auf den Continental und probiere diese Variante später. Unser Guide Padel verbessern erklärt, wann fortgeschrittene Techniken sinnvoll sind.

Wie der Griffdruck dein Spiel beeinflusst

Wie fest du den Griff drückst, beeinflusst direkt dein Ballgefühl, deine Power und deinen langfristigen Komfort.

Die Druckskala

Stelle dir den Griffdruck auf einer Skala von 1 (kaum haltend) bis 10 (maximales Zudrücken) vor:

  • Im Ballwechsel und in der Grundstellung: 4-5. Fest genug für Stabilität, aber locker genug für schnelle Handgelenkbewegungen.
  • Im Moment des Treffpunkts: 7-8. Kurz zudrücken, um Kontrolle zu behalten und ein Verdrehen des Schlägers zu verhindern.
  • Zwischen den Punkten: 1-2. Den Schläger in den Fingern ruhen lassen. Bei Bedarf die Hand ausschütteln.

Dieses „Zudrücken und Lösen” wird mit der Zeit automatisch. Beobachte Profispieler — sie justieren den Schläger ständig zwischen den Punkten in der Hand, setzen den Griff zurück und lösen die Spannung.

Warum Griffdruck für die Verletzungsprävention wichtig ist

Ein chronisch fester Griff überträgt Vibrationen auf die Unterarmsehnen und erhöht das Risiko von Überlastungsverletzungen. Spieler, die zu fest greifen, entwickeln oft Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens — manchmal Padel-Ellenbogen genannt. Mehr dazu in unserem Padel-Ellenbogen-Guide.

Ein entspannter Griff zwischen den Ballkontakten reduziert die Belastung der Sehnen.

Häufige Griffehler

Tennis-Vorhand-Grip verwenden

Spieler, die vom Tennis kommen, greifen oft automatisch zum Semi-Western oder Eastern-Forehand-Grip. Das funktioniert für Grundschläge, versagt aber am Netz. Mit einem Vorhand-Grip kann man keinen sauberen Rückhand-Volley oder keine Bandeja spielen — es ist schlicht nicht genug Zeit, die Hand zu drehen. Wenn du vom Tennis kommst, gewöhne dir den Continental vom ersten Tag an.

Zu hoch am Griff fassen

Manche Spieler greifen zu hoch und platzieren die Hand nahe am Schlägerhals. Das verkürzt die Reichweite, reduziert die Hebelwirkung und erschwert Überkopfschläge. Die Hand sollte am unteren Ende des Griffs sitzen, wobei der Griffendknopf am Handballen anliegt.

Der Klammergriff

Maximale Kraft während des gesamten Punkts ist der schnellste Weg, sich zu erschöpfen und das Ballgefühl zu verlieren. Der „Klammergriff” erzeugt Spannung vom Unterarm bis in die Schulter und reduziert die Reaktionsfähigkeit. Er beschleunigt auch die Ermüdung, sodass die Technik im Verlauf des Matches nachlässt.

Overgrip vernachlässigen

Ein abgenutztes, rutschiges Overgrip zwingt dich, fester zuzudrücken. Wechsle es regelmäßig — die meisten Spieler tauschen es alle paar Einheiten. Unser Guide zu Grips und Overgrips erklärt, wie man sie auswählt und anbringt.

Übungen für ein sicheres Griffgefühl

Übung 1: Wand-Volleys mit entspannter Hand

Stell dich zwei Meter vor eine Wand und spiele abwechselnd Vorhand- und Rückhand-Volleys. Halte den Griff entspannt (4-5 auf der Druckskala) und drücke nur im Moment des Kontakts zu. Mache das fünf Minuten vor jeder Trainingseinheit, damit das Zudrücken-und-Lösen-Muster automatisch wird.

Übung 2: Die Griff-Check-Pause

Halte während des Trainings alle zehn Schläge inne und überprüfe deine V-Form. Hat sich dein Griff verschoben? Bewusstes Zurücksetzen trainiert das Muskelgedächtnis, bis die korrekte Position sich natürlich anfühlt.

Übung 3: Schattenübungen mit Übergängen

Stelle dich ohne Ball ans Netz und simuliere eine Abfolge: Vorhand-Volley, Rückhand-Volley, Schritt zurück für eine Bandeja, Schritt vor für einen weiteren Volley. Halte deine Hand durchgehend in derselben Continental-Position. Das zeigt deinem Körper, dass ein Griff für all diese Schläge reicht.

Übung 4: Aufschlag-Volley-Sequenzen

Übe den Aufschlag und rücke sofort ans Netz für einen Volley vor. Beide Schläge nutzen den Continental, aber der Übergang ist der Moment, in dem viele Spieler versehentlich die Hand verschieben. Achte dabei auf deinen Griff.

Zusammenfassung

Der Griff ist das Fundament, auf dem alles andere aufbaut. Ein korrekter Continental-Grip, richtiges Druckmanagement und ein frisches Overgrip geben dir die Vielseitigkeit, jeden Schlag im Padel zu bewältigen. Investiere jetzt Zeit in die Grundlagen, und du vermeidest schlechte Gewohnheiten, die später schwerer zu korrigieren sind. Für einen umfassenderen Entwicklungsplan schau dir unseren Guide Padel verbessern an.

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